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Neuerungen 2024: Das ändert sich zum Jahreswechsel

Das neue Jahr steht vor der Tür und bringt wieder wichtige Neuerungen mit sich, die sowohl unsere Umwelt als auch unser tägliches Leben positiv beeinflussen sollen.

Lesezeit: 5 Minuten

Neben Neuerungen, die Ihre Finanzen betreffen können, gibt es wichtige Änderungen für Familien, Autofahrer und im Bereich Nachhaltigkeit. Von der Einführung EU-einheitlicher Ladekabel über einen Anstieg des Mindestlohns bis hin zum bezahlten Vaterschaftsurlaub: Lesen Sie hier, welche Neuerungen 2024 für Sie, Ihren Geldbeutel und die Umwelt bereithält.

Neuerungen 2024: Finanzen

Anhebung von Mindestlohn und Minijob-Grenze

Mit Beginn des Jahres wird der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 12 Euro pro Stunde auf 12,41 Euro pro Stunde angehoben. Mit dem Anstieg erhöht sich auch die monatliche Verdienstgrenze im Minijob. Statt 520 Euro dürfen Minijobber*innen dann 538 Euro im Monat verdienen. Eine weitere Anhebung des Mindestlohns auf 538 Euro monatlich ist für das Jahr 2025 geplant.

Erwerbsminderungsrenten steigen

Rund drei Millionen Bezieher*innen der sogenannten Erwerbsminderungsrente dürfen sich ab Juli 2024 über mehr Geld freuen. Alle, die zwischen Januar 2001 und Juni 2014 frühzeitig in Rente gegangen sind, erhalten einen Zuschlag von 7,5 Prozent. Lag der Rentenbeginn zwischen Juli 2014 und Dezember 2018, beträgt der Zuschlag 4,5 Prozent. Die Rentenversicherung prüft automatisch, wer Anspruch hat. Ein Antrag ist nicht notwendig.

Regelsätze in Bürgergeld und Sozialhilfe steigen

Auch wer auf Sozialhilfe oder Bürgergeld angewiesen ist, erhält ab dem 01. Januar 2024 deutlich erhöhte Leistungen. Damit die Empfänger*innen ihren Lebensunterhalt sichern können, steigen die Regelsätze um gut zwölf Prozent. Alleinstehende Erwachsene erhalten demnach 61 Euro mehr im Monat.

Neue Einkommensgrenzen beim Elterngeld

Um eine Kürzung des Elterngeldes zu verhindern, plant das Bundesfamilienministerium zum neuen Jahr die Einkommensgrenze für Paare und Alleinerziehende zu senken. Bislang konnten Eltern, deren gemeinsames zu versteuerndes Jahreseinkommen bei bis zu 300.000 Euro lag, Elterngeld beantragen. Für Alleinerziehende lag die Grenze bei bis zu 250.000 Euro. Im neuen Jahr soll sie einheitlich auf 150.000 Euro zu versteuerndes Einkommen abgesenkt werden.

Höhere CO2-Steuer für das Tanken und Heizen

Mit einem Anstieg von 30 auf 40 Euro pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid soll das Tanken und Heizen mit fossilen Brennstoffen im kommenden Jahr deutlich verteuert werden. Mit der Anhebung will die Bundesregierung den Ausstoß des Treibhausgases verringern und zur Erreichung der deutschen Klimaziele beitragen. Die für Anfang 2023 geplante Erhöhung wurde aufgrund der hohen Energiekosten um ein Jahr verschoben, sodass der bevorstehende Preissprung höher ausfallen dürfte.

Neuerungen 2024: Leben und Menschen

Führerscheinumtausch geht in die nächste Runde

Sollten Sie noch einen „grauen Lappen“, eine „rosa Pappe“ oder weiße Plastikkarte als Führerschein besitzen und zwischen 1965 und 1970 geboren sein, haben Sie noch bis zum 19. Januar 2024 Zeit, Ihren alten Führerschein gegen einen neuen EU-Führerschein umzutauschen.

Blackbox-Pflicht bei bestimmten Neuwagen

Bereits heute sind viele Fahrzeuge mit einem sogenannten Event Data Recorder (EDR) ausgestattet, der unfallrelevante Daten aufzeichnet. Ab dem 07. Juli 2024 wird die umgangssprachliche Blackbox für alle neu zugelassenen Fahrzeuge der Klassen M1 und N1 Pflicht.

Bezahlter Vaterschaftsurlaub in Planung

Während für Mütter der Mutterschutz gesetzlich geregelt ist, gab es für Väter bisher keine vergleichbare Regelung. Ab 2024 sollen nun auch der bzw. die Partner*in der Mutter die Möglichkeit bekommen, nach der Geburt des Kindes für zehn Tage bezahlten Urlaub zu nehmen. Noch handelt es sich hierbei um ein Gesetzesvorhaben, das bisher nicht umgesetzt wurde.

Neuerungen 2024: Nachhaltigkeit

Tethered Caps: Nicht abtrennbare Getränkedeckel ab Juli 2024 verpflichtend

Einige Unternehmen haben sie bereits eingeführt, ab Juli 2024 werden sie per EU-Verordnung zur Pflicht: Sogenannte Tethered Caps, d. h. nicht abtrennbare Verschlusskappen, die nach dem Öffnen fest mit der Flasche oder Verpackung verbunden bleiben. Sie sollen zukünftig dafür sorgen, dass weniger Müll in der Natur landet und mehr Plastik als bisher recycelt wird.

Neues Heizungsgesetz tritt in Kraft

Mit Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes – kurz GEG – ändern sich ab dem 01. Januar 2024 unter anderem die Vorgaben für Heizungen. Während in neu errichteten Gebäuden in Neubaugebieten nur noch Heizungen installiert werden dürfen, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen, können bereits vor 2024 eingebaute Öl- oder Gasheizungen weiterlaufen und bei Bedarf repariert werden. Ab 2045 ist das Heizen mit fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Öl schließlich komplett untersagt.

Vereinfachte Regelungen für die Installation von Balkonkraftwerken

Wer in einer Mietwohnung lebt und mithilfe eines Balkonkraftwerks klimafreundlichen Solarstrom erzeugen möchte, soll hierbei künftig auf weniger Hürden stoßen. So plant die Bundesregierung im neuen Jahr, die Mini-PV-Anlagen in den sogenannten Katalog privilegierter Maßnahmen im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) aufzunehmen. Vermieter haben bei der Installation dann zwar weiterhin ein Mitspracherecht, dürfen diese jedoch nicht mehr grundsätzlich blockieren.

EU-einheitliches Ladekabel beschlossen

Um das Laden von elektronischen Geräten künftig zu erleichtern und weniger Elektroschrott zu produzieren, wird in Deutschland bis Ende 2024 die Einführung eines einheitlichen USB-C Ladestandards für Smartphones und andere Geräte wie Digitalkameras, Kopfhörer, Tablets, tragbare Videospielkonsolen, Tastaturen, E-Reader, Navigationsgeräte, Headsets und tragbare Lautsprecher vorgeschrieben. Ab 2026 soll die Vorgabe auch für Notebooks gelten.