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Vorsicht Falle. So schützen Sie sich vor Trickbetrug

Die meisten von uns würden wohl behaupten, im Umgang mit Fremden vorsichtig zu sein. Dennoch fallen immer wieder Menschen Trickbetrüger*innen zum Opfer. Die Betrugsfälle sind zahlreich – auch in Bayern. Allein in München hat es 2021 4.870 Delikte von Callcenterbetrügen mit einem Schaden von insgesamt 3,02 Mio. Euro gegeben. Vom Enkeltrick über die falsche Polizei und Gewinnversprechen bis hin zu neuen Betrugsmaschen: Die Betrüger*innen werden immer gewiefter. Gemeinsam mit der Münchner Polizei haben wir im Rahmen eines Webinars aufgeklärt. Wie Sie Trickbetrug erkennen und vermeiden, erfahren Sie hier.

Lesezeit: 4 Minuten

Warum fallen so viele Menschen Trickbetrüger*innen zum Opfer?

Immer wieder hört man von Fällen, in denen Personen auf Betrugsmaschen wie den Enkeltrick reingefallen sind und viel Geld verloren haben. Viele denken, ihnen selbst würde das nie passieren. Eine gefährliche Fehleinschätzung, denn die Täter*innen sind heute sehr schlau, ihr Vorgehen ist strukturiert und hat sich bewährt. In der Regel handelt es sich um Organisierte Kriminalität. Die Täter*innen arbeiten nicht alleine, sondern gehören meist großen Banden oder Callcentern an, die häufig aus dem Ausland operieren. Dabei sprechen sie sehr gutes Deutsch und kennen psychologische Tricks, mit denen sie ihre Opfer täuschen. Leider sind vor allem ältere Menschen betroffen. Die Kriminellen suchen ihre Opfer meist gezielt aus, um im Anschluss deren Hilfsbereitschaft und Hilfsbedürftigkeit, Höflichkeit, körperliche und geistige Einschränkungen oder Einsamkeit auszunutzen.

Die Betrugsmaschen sind vielseitig

Um sich und Angehörige vor Trickbetrug zu schützen, ist es wichtig, die häufigsten Betrugsmaschen zu kennen und im Ernstfall richtig zu reagieren. Darüber hinaus sollten Sie auch ihre älteren Verwandten aufklären und anleiten. Die häufigsten Maschen und wie die Betrüger*innen vorgehen:

Die falsche Polizei

Immer wieder geben sich Kriminelle am Telefon oder an der Tür als falsche Polizist*innen aus. Diese behaupten beispielsweise, Ermittlungen nach einem Einbruch durchzuführen und fragen ihre Opfer wegen angeblicher Hinweise auf weitere Einbrüche nach Geld, das sie sicherstellen möchten. Auch die Ermittlung gegen Banken wegen sich im Umlauf befindlichen Falschgeldes ist eine beliebte Lüge. Hier bittet der*die falsche verdeckte Ermittler*in eingeschüchterte Opfer um Geldabhebung zur Überprüfung. Häufig nutzen die Betrüger*innen bei ihren Anrufen das sogenannte ID-Spoofing, bei dem z. B. die 110 auf dem Telefondisplay angezeigt wird.

Wichtig: Notrufnummern funktionieren nur einseitig. Während Sie die Nummern jederzeit anrufen können, würde man Sie niemals von einer solchen Nummer kontaktieren können. Bitte beachten Sie außerdem, dass echte Polizist*innen Sie niemals um Geld oder Wertsachen bitten.

Der Enkeltrick

Weit verbreitet ist auch der Enkeltrick. Betrüger*innen geben sich als Verwandtschaft in Not aus, um nach Geld zu fragen. Ihre Opfer suchen sie zum Beispiel nach Vornamen aus, die wahrscheinlich zu älteren Personen gehören. Sie setzen auf ein vertrautes Du und geben häufig an, sich aufgrund einer Erkältung anders anzuhören. In der Regel sind die Geldforderungen sehr hoch und die Abholung soll durch Dritte erfolgen, selbstverständlich unter absoluter Verschwiegenheit.

Achtung: Neuerdings melden sich Betrüger*innen als falsche Enkel*innen zunehmend auch per WhatsApp. Seit Jahresbeginn hat es 150 solcher Delikte mit einem Gesamtschaden von 200.000 Euro gegeben.

Haustürbetrug

Nicht nur am Telefon ist Vorsicht geboten. Auch Trickbetrug an der Haustür ist keine Seltenheit. Von falschen Handwerker*innen, Krankenpfleger*innen und Bankmitarbeiter*innen bis zu Personen, die um Hilfe bitten oder Geschenke für die Nachbarschaft übergeben möchten: Die Täter*innen versuchen sich unter einem Vorwand Zugang in die Wohnung ihrer Opfer zu verschaffen, um dort unbemerkt Geld oder Wertsachen zu entwenden.

Trickbetrug vermeiden: So verhalten Sie sich richtig

Wann immer sich Fremde Zugang in Ihr Zuhause verschaffen möchten oder Sie nach Wertsachen und Geld fragen, sollten Sie sofort skeptisch werden und die nachfolgenden Tipps befolgen:

  1. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, entwickeln Sie ein gesundes Misstrauen.
  2. Bei Notrufnummern auf Ihrem Display handelt es sich um Spoofing. Antworten Sie nicht auf den Telefonanruf.
  3. Stellen Sie Fangfragen.
  4. Lassen Sie niemals Fremde herein, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  5. Geben Sie keine Auskünfte – die Polizei oder Bankmitarbeiter*innen würden Sie niemals nach Geld oder Wertsachen fragen.
  6. Lagern Sie wenig Geld und Wertsachen zuhause, beschaffen Sie sich einen Safe.
  7. Überprüfen Sie regelmäßig Ihr Konto.
  8. Kontaktieren Sie im Zweifel umgehend die Polizei.